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Wie alles begann... (Kapitel 1)

Es war einmal… naja, ganz so märchenhaft wollen wir die Geschichte nicht anfangen, aber jede Geschichte hat nun mal irgendwo ihren Anfang. Unsere Story von Cup2date beginnt im Mai 2017 beim Startup Weekend Bremen.

Beim Startup Weekend werden innerhalb von 54 Stunden aus rohen Ideen konkrete Gründungskonzepte. Mit ersten Prototypen und anschaulichen Präsentationen werden vor dem Publikum und einer Fachjury am Ende die Ideen, die Business Modelle und die Designs bewertet. Ziel des Ganzen ist es ein fertiges Fundament für das zukünftige Geschäft zu haben, tolle neue Leute kennenzulernen, sich zu vernetzen, vielleicht sogar Mitgründer zu finden und vor allem enorm viel an zu lernen.

Ich (Walter) nahm zum dritten Mal an einem solchen arbeitsintensiven Wochenende Teil, und dieses Mal mit meiner ganz eigenen Idee. Diese Idee war zu dem Zeitpunkt noch ganz weit vom heutigen Becherpfandsystem entfernt, beschäftigte sich aber mit derselben Problematik – die enorme Verschwendung von Einwegbechern.

 

Dadurch, dass ich sehr nahe am Bremer Hauptbahnhof wohne, sehe ich jeden Tag die herumliegenden Einwegbecher, die überquellenden Mülleimer und die vielen Pendler mit Pappbechern in den Händen. Eine extreme Belastung für die Natur und das sonst so schöne Stadtbild.

Mein Gedanke: Eine Lösung muss her! Die Menschen sollen begreifen, was sie mit dem bequemen Griff zur Einwegpappe eigentlich täglich anrichten, ohne einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden. “Bequem“ ist auch da bereits der richtige Begriff, denn die Lösung muss ebenso bequem sein, wie der Griff zum umweltschädliche Pappbecher. Die Problematik ist also bekannt, die Lösung aber noch nicht parat. Was also tun? Ich bin zunächst mit dem Gedanken und ersten Lösungsmöglichkeiten “Schwanger“ gegangen. D.h. ich habe die Idee über Wochen immer mit mir herumgetragen und sie reifen lassen. Ich habe nach Lösungen im Alltag gesucht, Möglichkeiten kombiniert und meiner Kreativität freien Lauf gelassen.

Die Idee für das Startup Weekend: Ein intelligenter Bezahlprozess für Selbstbedienungskaffeeautomaten in großen Bäckereiketten, wie Backfactory oder Backwerk. So funktioniert's: Man nehme seinen eigenen Thermobecher, stattet ihn in der Filiale einmalig mit einem personalisierten NFC-Chip aus, läd den Becher mit Geld, wie eine Kreditkarte auf und kann direkt beim Abfüllen des Kaffees mit seinem eigenen Becher bezahlen. Vorteil: Ich spare mir als Pendler wertvolle Zeit morgens an der Schlange vor der Kasse und gleichzeitig auch noch bares Geld, weil der Kaffee im eigenen Becher günstiger ist, als im Einwegbecher (ein Anreiz, der bereits von vielen Bäckereien und Cafés angeboten wird). Die Idee kam beim ersten Pitch beim Startup Weekend gut an. Zusammen mit sechs Mitstreitern machte ich mich also dran, die Idee weiter auszuarbeiten. Schnell merkten wir jedoch, dass Deutschland im Bezug zum bargeldlosen Bezahlen noch im Mittelalter lebt. Während andere Länder schon fast komplett ohne das bunte Papier auskommt, ist es bei uns immer noch total angesagt. Fazit: Meine Idee funktioniert nicht! Wir müssen die Strategie ändern...

Was wäre, wenn wir nicht nur unser geliebtes Bargeld stets zusammenfalten könnten, sondern auch unseren eigenen Becher?! Einen faltbaren To-Go-Becher also als neue Idee? Wieso nicht? Einen Versuch ist es wert und die Zeit beim Startup Weekend ist knapp, also schnell ran an die neue Idee. Wir teilen die Aufgaben auf und versuchen möglichst zügig zu Ergebnissen zu kommen. Zwei machen sich an einen ersten Prototypen, drei fahren in die City und befragen Leute direkt am Bahnhof über Kaufverhalten, Gewohnheiten und wie der perfekte faltbare Becher aussehen und funktionieren muss. Wichtigste Erkenntnisse: Handlich, einfach und vor allem dicht muss er sein. Die restlichen beiden beschäftigen sich in der Zwischenzeit mit dem Businessplan – Finanzierung, Vertrieb, Alleinstellungsmerkmale, Kundensegment usw. Am Ende der 54 Stunden haben wir einen ersten funktionierenden Prototypen, eine fertige Präsentation und große Sehnsucht nach unserem Bett und viel Schlaf, denn davon gab es an dem Wochenende reichlich wenig. Aber als von der Jury verkündet wird, dass wir den Preis für das beste Design bekommen, sind wir voller Energie und stolz auf unser Ergebnis. Eine schöne Bestätigung und Anreiz weiter an der Idee zu feilen. Wäre die Geschichte von Cup2date wirklich ein Märchen, so wäre das erste Kapitel damit beendet. Die Fortsetzung folgt in Kapitel zwei.